Von Neuseeland könnte man ganz Ähnliches berichten, nur mit einem kleinen Unterschied: Hier sind die Überraschungen positiv. Jeder einzelne Backpacker, den wir trafen, konnte seine eigenen Geschichten über die Freundlichkeit der Neuseeländer erzählen. Hier sind drei von unseren:


Da war zum Beispiel Boss, ein Maori, mit dem uns nicht mehr verband, als das wir auf dem gleichen Campingplatz wohnten. Er in der einen Ecke, wir in der anderen. Als dann unser Auto  in die Werkstatt musste, kannten wir uns vielleicht zwei Tage, aber für ihn war es selbstverständlich uns zur Arbeit zu bringen, obwohl noch nicht mal die Sonne aufgegangen war.


Ein anderer war Arthur, ein typischer Farmer, von dem wir dachten, er klopft an unser Fenster, weil er die Polizei holen will. Wir hatten vor seinem Weideland am Straßenrand für die Nacht geparkt, obwohl „wildes“ Campen in der ganzen Region verboten war. Doch er rief nicht die Polizei. Er lud uns ein auf seiner Schafskoppel zu schlafen und erzählte uns von seinen Abenteuern im West-Berlin der Siebziger. Und dann gab es noch Holly, die uns mitten in der Nacht mit ihren Wagen aus dem Schlamm zog. Zehn Kilometer von ihrem Haus entfernt. Dass sie dadurch später zu ihrer Verabredung kam, machte ihr nichts aus. Sie bot uns sogar an, in ihrem Haus zu schlafen.


Alle drei, Holly, Arthur und Boss, sind Beispiele für eine Mentalität, auf die man in Neuseeland zu Recht stolz ist. Freundlichkeit und die Empathie sind hier keine leeren Versprechungen, sondern selbstverständlich. Man findet nicht wenige Neuseeländer, die sich Sprüche wie „Made in New Zealand“, „100% NZ“ oder einfach die Umrisse ihres Landes auf die Haut tätowieren ließen. Neuseeland steht für etwas. Und wir werden es vermissen.

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THE GODS TOLD ME TO RELAX
NEUSEELAND

KANADA

USA

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249 Tage als Metzgereigehilfin sind die ewige Verdammnis. Judith schwört es. Aber 249 Tage sind nicht mehr als ein langer Augenaufschlag beim Entdecken der Welt. Wenn es richtige Entscheidungen im Leben gibt, war Neuseeland eine davon. Die letzten acht Monate verstrichen so schnell, wie sie wundervoll waren. Doch am Schluss stand der Abschied aus dem Paradies.


Drei Tage braucht man mit dem Flugzeug an dieses Ende der Welt, aber das Thromboserisiko ist es wert. Selbst wenn es Menschen gibt, die auf dem Vulkankegel des Mount Tongariro kein erhabenes Kribbeln verspüren; die keine Ehrfurcht vor dem Gebrüll liebestoller Seelöwen haben; die selbst geräuchertem Schnappbarsch am Stock widerstehen können - eines wird dennoch jeden in Neuseeland bewegen: die Herzlichkeit dieses Landes. Ein paar Beispiele.


Denken wir beide an Deutschland, denken wir nicht an Dunkelheit, Matschwetter und Tristesse. Wir haben den finstersten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gar nicht erlebt. Trotzdem denken wir an Pessimismus. An unzufriedene, schlecht gelaunte Menschen. An den Busfahrer, der Judith in der Tür einklemmte und behauptete, die Tür schließe automatisch, bis sich an der nächsten Haltestelle die Türen schlossen –  auf seinen Knopfdruck hin.


Oder an die Schalterbeamtin der Deutschen Bahn, die uns in einer leeren Servicehalle nicht bedienen wollte. Keine Schlange vor uns, nirgendwo ein anderer Reisender zu sehen. Aber die Frau weigerte sich uns zu helfen. Ihr Vorwurf: Wir hätten keine Nummer aus dem Automaten gezogen. Solche Vorfälle mögen nicht das Gesamtbild widerspiegeln. Das Problem an ihnen ist viel mehr, dass jeder in Deutschland solche Vorfälle schon selbst erlebt hat.

35° 2‘ 46.94‘‘ S    173° 44‘ 41.90‘‘ Ehttp://en.wikipedia.org/wiki/Opo_%28dolphin%29

Hörb haben wir an ein liebreizendes französisches Pärchen weitergegeben.

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Die Rucksäcke sind gepackt. Die Vorfreude auf Kanada ist so groß, wie die Trauer um den Abschied aus Neuseeland.


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